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Visionen von der PICNIC09

In diesem Jahr hatte ich das erste mal die Chance, an der von mir schon im letzten Jahr ins Auge gefassten, europäischen Konferenz PICNIC in Amsterdam teilzunehmen.

Vorab einige allgemeine Eckdaten zum Format der PICNIC: Die PICNIC ist eine der drei großen Konferenzen in Europa neben der Le Web in Paris und NEXT in Hamburg. Fast volle drei Tage werden hier in einer sehr lockeren Atmosphäre relevante, zukunftsweisende Themen vorgestellt und diskutiert. Dabei ist auf der PICNIC jedem Tag ein eigenes Motto gewidmet unter welchem die verschiedenen Themen geordnet sind.

Mittwoch
Motto: Turning Points | Themen: Wirtschaftskrise, Arabien, Social Networks, Neue Zielgruppen

Donnerstag
Motto: Expoding Media | Themen: Social Media, Spiele, Spielkonzepte, Mobile, Beispiele der Verknüpfung von Web und realen Räumen

Freitag
Motto: Rebuild! | Themen: Gründung, Soziale Verantwortung & Engagement, Arbeit , Architektur, Umwelt

Insgesamt will die Festivalleitung mit dem bunt gemischten Programm Trends und Visionen aufzeigen um so den Horrizont des Publikums zu erweitern, was in vielen Sessions auch gelungen ist. Weniger geht es bei der PICNIC um klassische Fallbeispiele und Theorien. Viel mehr sind es visionäre Projekte und wissenschaftliche Auseinandersetzungen mit dem Thema Internet.

Anders als bei vielen andern Konferenzen gibt es nur einen Conference-Track in dem sich alles abspielt. Drumherum arrangiert sich ein interaktives Rahmenprogramm aus verschiedene Pitches, Meetings, Workshops und Medienkunst. Bemerkenswert waren vor allem die zahlreichen Aktivitäten, welche mit dem an jedem Festival-Ticket hängenden RFID-Chip verbunden waren. So konnten sich die Besucher an zahlreichen Orten des Festivalsgeländes fotografieren oder Spiele mit anderen Teilnehmern starten.

Im Folgenden möchte ich gern einige inhaltliche Highlights und einigen Content teilen, der von den einzelnen Referenten vorgestellt wurde.

GAMES PEOPLE PLAY

Unter dem Thema “Games People Play” wurde in einer Session von Kevin Slavin, Managing Director and co-founder of Area/Code New York eine gute Übersicht über die aktuellen Veränderungen bei der Entwicklung von Spieleprinzipien gegeben.

Strategische Spiele mit dem Blick von oben wie SimCity werden bei Area/Code das “Dollhouse Earth”-Prinzip genannt. Die Faszination solcher Spiele liegt nach Slavin in der Göttlichkeit die ein Nutzer besitzt, indem er Dinge von oben steuert. Als neue Konzepte nach diesem Prinzip wurden Spiele wie “Monopoly City Streets“, “Sharkrunners“, “Plundr” oder “Crossroads”, welche im Web vorhandenes reales Kartenmaterial nutzen, vorgestellt.

Rollenspiele wie WoW laufen dagegen nach dem “upside down on demand”-Prinzip. Als Schlüssel für die Attraktivität führt Slavin die in allen Kulturen vorhandene Faszination des Verkleidens an, was jeder Leser nachvollziehen mag.

Als letztes Spielprinzip, welches sich sehr stark mit dem realen Leben verknüpfen lässt, wurde das Modell “Blending Breaking and Making Time” vorgestellt. Das sind Spiele, die im Spielmoment, laufende TV-Inhalte nutzen, um neben dem Programm zu unterhalten. Als Beispiele wurden “The Hills“, “Sopranos” und “Spooks Code9” genannt.

Weitere vorgestellte Spiele
AREA/CODE:  Conquest, Chain Factor, Facebook Parking Wars
DAN HORN – Six to start: We tell Stories, The Shadow War

Die Verbindung des Internet mit der realen Welt ist auch in der Spieleindustrie eines der Trend-Themen. Die vorgestellten Beispiele sind nicht mehr nur Anfänge in Kinderschuhen. Derartige Spiele faszinieren schon heute eine breiter Spielergemeinschaft.

Evolving Brands

Ein ganz besonderes Highlight war der Vortrag von Jeffrey Hayzlett, Chief Marketing Officer, Eastman KODAK  unter dem Titel “Brand Transformation” zur Veränderung der Marke KODAK.

Angefangen mit dem Viral Winds of Change von 2006, bot sich eine spannede und urkomische “Show” zugleich.

Haylezz präsentiert zahlreiche spannende Social Media Maßnahmen aus dem Hause KODAK.

Das KODAK Erfolgsgeheimnis an dieser Stelle sind die vier KODAK 4E – ENGAGE; EDUCATE; EXCITE; EVANGELIZE.

Für Haylezz stellt sich nicht die  Frage nach dem Return on Investments des Social Media Engagements, denn ein Return on Ignorance wird für jedes Unernehmen fatal ausfallen.

Im Sinne des Social Webs möchte KODAK seine Erfahrungen in diesem Bereich teilen und hat dafür für Unternehmen einen  Social Media Guide geschrieben der hier jedem zum download zur Verfügung steht.

Weitere positive Fallbeispiele aus dem Bereich Social Media wurden im Anschluss daran von Jessica Greenwood präsentiert:

- Virgin: Right music wrongs
- BestBuy: Twelpforce: 1000 Personen die Leuten helfen wenn sie auf Twitter eine Frage zu ihren Produkten stellen
- Nike: Livestrong – Chalkbot: Tour De France, Messages welche auf die Straße gemalt wurden
- Guiness Rugby: RFID innerhalb des Balls

The Future of Social Media

In dem darauffolgenden Panel “The Future of Social Media” wurden von Gerd Leonhard zwar meist zweifelhafte Zahlen aber auch einige sehr gute Trends präsentiert!

Die beste Aussage kam jedoch mündlich: “In Germany you get a better service in restaurants when you put an iPhone on the table.”

Hunting Cool Stuff

Besonders inspirativ war die Gruppe von Vorträgen unter dem Motto “Hunting Cool Stuff” die den Donnerstag zu einem sehr gelungenen Kongresstag werden lies.

Neben Kleidung von Cute Circuite die mit dem Web verbunden is, den neuesten Erfindungen von NIKE PLUS und Microsofts Sustainebility Studien.

Und by the way: Laut Microsoft verdoppelt sich die Helligkeit von Mini-Projektoren alle 12 Monate während sich die Größe halbiert.

Weitere Hightlights

Weitere Highlights  zum Thema Entrepreneurship sowie soziale, kulturelle Verantwortung folgten am Freitag unter dem Motto “Rebuild!” und so konnte ich Vorträge von Niclas Negroponte (One Laptop Per Child ), Philip Zimbardo sowie Niclas Zennström als Entrepreneur und Gastredner für die 500.000 € Postcode Green Lotterie hören.

Ich danke dem Team der PICNIC09 und dem Sponsor des Tickets und freue mich schon auf das kommende Jahr und die PICNIC10.

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